Lautsprecher

CerAl 4.1 Eiche

Gehäuse

Ziel war ein Gehäuse mit gewölbten Seitenwänden. Da ich bei den SAKPC EA oval  bereits die Scheibchenweise verwendet habe, sollte nun gebogen werden. Der Aufbau besteht aus der Front, mehreren Spanten und den späteren Ober- und Unterseiten der Gehäuse. Bei den ersten Schritten waren beide Gehäuse noch ein eines, erst als die Seiten aufgeleimt waren, wurde es unterteilt. Die Seiten bestehen aus selbst hergestelltem Biege-MDF und zwei aufgeleimten 3 mm HDF-Platten. Das Biege-MDF konnte ich mit einer Vorrichtung, die auf Youtube gezeigt wird, schnell selber herstellen. Die Schlitze wurden mit Sand gefüllt. Um die HDF-Platten aufzuleimen, benutzte ich als günstige Alternative zu professionellem Equipment einen Vakuum Kleiderbeutel. Der Unterdruck sollte dosiert werden, da die Seitenwände sonst eingedrückt werden.

Als nächstes wurden die Überstände der Seitenwände abgefräst (linkes Bild) und die beiden Gehäuse auseinander gesägt (mittleres Bild). Um die Stöße an den Fronten und Oberseiten zu kaschieren wurde auf diesen 3 mm MDF geklebt. Die Seiten der Front habe ich mit einem 13 mm Radius Fräser abgerundet. Aufgrund der gebogenen Seitenwände musste dazu das Anlaufkugellager demontiert werden, das Lautsprecher Gehäuse wird am Anschlag des Frästisches geführt.

Elektronik

Die Elektronik ist in einem doppelten Boden verbaut. Damit beide Lautsprecher gleich groß sind, hat auch die passive Box einen. Als Verstärker ist ein Allo Volt+ (TPA3118) verbaut. Wie bei den CT 237 rot bekommt dieser die Quellen über einen Stufenschalter. Daran ist neben einem Klinkenkabel ein CRSA654215 Bluetooth Empfänger und ein PCM2707 USB DAC angeschlossen.

Furnieren

Die Lautsprecher sollten in Eiche furniert werden, dabei sollte ein Streifen nahtlos von linker Seite über Front bis zur rechten Seite gehen. Da Eiche wegen der großen Poren zu Rissen neigt, habe ich mich nach Vorversuchen dazu entschieden, kein normales Furnier zu verwenden. Deshalb habe ich Furnier des Herstellers CubeFlex verwendet. Dieses ist dünner als normales Furnier (0,45 mm statt 0,6 mm), rückseitig mit einem Vlies versehen und mit Epoxidharz getränkt. Dadurch ist es sehr stabil und von der Handhabung ähnlich zu einer festen Kunststofffolie. Der einzige Nachteil ist der sehr teure Versand nach Deutschland. Das Furnier habe ich mit Sprüh-Kontaktkleber aufgeklebt. Da das Furnier nicht zum einreißen neigt, konnte ich mich gut auf das um die Rundung biegen konzentrieren. Das hat sehr gut funktioniert, auch Radien um die 8 mm sollten möglich sein. Die Überstände habe ich mit einem Beitel entfernt. Da das Furnier mit Harz getränkt ist kein Finish nötig. Ich habe nicht mal die Oberfläche geschliffen, da diese eine interessante Strukturierung hat (ähnlich wie gebürstetes Holz).

4 Gedanken zu „CerAl 4.1 Eiche

    1. Vielen Dank!
      Ich habe eine ölfreie Membran Vakuumpumpe verwendet (WilTec AS29). Diese erreicht einen minimalen absoluten Druck von ~0,08 Bar, das ist für das Pressen völlig ausreichend. Bei diesen Lautsprechern war ich auf ~0,5 Bar beschränkt, da es bei weniger Druck die Seiten eingedrückt hat. Ölfrei hat den Vorteil, dass die Abluft keinen Ölnebel enthält. Außerdem kann die Pumpe am Vakuum angeschlossen ausgeschaltet werden (bei Pumpen mit Öl kann es dabei Öl in die Vakuumleitung ziehen). Zusätzlich habe ich als Zwischenspeicher meine Vakuumkammer angeschlossen. Dadurch musste ich nur alle 30 Minuten nachpumpen.

      Noch ein paar Tipps: Um die Folie vor scharfen Kanten zu schützen und die Luft von allen Ecken abzusaugen sind das Lautsprechergehäuse und die HDF-Platten in ein altes Bettlaken gewickelt. Die HDF-Platten sind mit je zwei Schrauben auf dem Gehäuse positioniert. Beim nächsten mal würde ich die Seitenwände mit Spanngurten vorspannen und dann mit dem Vakuum für gleichmäßigen Anpressdruck sorgen. Ohne Gurte war es ein wenig hakelig, dass sich die Folie nicht zwischen HDF-Platten und Gehäuse drückt. Ich rate dir auf jeden Fall einen Trockenlauf ohne Kleber zu machen.

      Um Epoxidharz zu entgasen, habe ich jetzt noch eine Pumpe mit Öl gekauft (Ebay), diese hat laut Herstellerangaben einen minimalen Druck von 0,05 mBar, meine Unterdruckanzeige ist am Anschlag. Theoretisch (ideales Gasgesetz) wären die Gasbläschen bei dieser Pumpe 1000 mal größer als bei der mit Membran. Ob das Entgasen besser funktioniert habe ich aber noch nicht probiert.

      Welche Pumpe ich dir empfehle, habe ich ja jetzt eigentlich nicht beantwortet 😀 Wenn du aber noch andere Fragen hast, kannst du sie gerne stellen 🙂

  1. Danke für die ausführliche Antwort. Die Druck-Angaben helfen gut. Ich habe bisher nur Verbundwerkstoffe (Rc Modellflug) mit meiner vorhandenen Thomas Pumpe gepresst. Erfahrungen mit hohlen Holzkörpern habe ich noch nicht. Nun werde ich es auch mal probieren. Passender Folienschlauch ist vorhanden.

  2. Bitte bitte 🙂
    Die Thomas Pumpe sollte auf jeden Fall reichen. Viel Spaß beim Experimentieren. Ich würde mich freuen, wenn du davon im Hifi-Forum berichtest.

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